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Kurs 1 - Die Bedeutung der Farben |
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Farbe ist für uns etwas ganz Alltägliches und wir haben keinerlei
Probleme damit umzugehen. Dabei ist die Angelegenheit technisch gar nicht so einfach. Für die digitale
Bildbearbeitung ist es notwendig ein wenig mehr über Farben zu wissen, denn ohne die Grundlagen der
Farbmodelle bleibt die Bildbearbeitung immer ein Buch mit sieben Siegeln.
Farbe,
die wir sehen, basiert auf Menge und Art des Lichts, das auf ein farbiges Objekt trifft und von diesem
reflektiert wird und wie Auge und Gehirn diese Farbe verarbeiten. Das Auge setzt die Farbe aus den
Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammen. Sind alle Farbsignale gleich, sehen wir Weiß und gibt es keine
Farbsignale, so sehen wir schwarz.
Dabei macht es einen großen Unterschied, ob man Farbe in der Natur, auf
einem Bildschirm oder auf einem Blatt Papier sieht, denn das sichtbare Farbspektrum der Natur enthält viel
mehr Farben, als ein Bildschirm oder Drucker darstellen kann.
Deshalb benötigt man verschiedene Farbmodelle um die einzelnen
Farbräume für die Bildanzeige und die Bildausgabe zu beschreiben. |
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1. Das RGB-Farbmodell |
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Wie wir schon wissen, kann ein Großteil des sichtbaren Spektrums durch
Mischen von Rot, Grün und Blau (RGB) gefärbtem Licht dargestellt werden (RGB-Farbraum).
Da diese drei Grundfarben zusammen Weiß ergeben, nennt man sie auch
additive Farben. Man benutzt sie für Beleuchtung, Video und den Bildschirm (fälschlicherweise oft als
Monitor bezeichnet).
Der Bildschirm erzeugt die Farbe durch das Ausstrahlen von Licht als
rote, grüne und blaue Phosphorteilchen und kann so 16,7 Millionen Farben darstellen, was aber nur ein Teil
des sichtbaren Spektrums ausmacht.
Das RGB-Modell ist das wichtigste Farbmodell und die
Standardeinstellung aller Grafikprogramme.
Im RGB-Modus wird jedem Bildschirmpunkt (Pixel) für jede einzelne der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau,
ein Intensitätswert zugeordnet, der zwischen 0 und 255 liegt.
0 ist Schwarz (keine Intensität) und 255 ist Weiß (volle Intensität).
Damit gibt es 256 x 256 x 256 Farbmöglichkeiten. Die Summe ergibt 16,7 Millionen mögliche Farben. |
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Beispiele von RGB-Farbwerten für ein Pixel |
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0,0,0 |
Reines Schwarz (alle Schieberegler unten) |
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255,255,255 |
Reines Weiß (alle Schieberegler nach oben) |
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0,255,0 |
Reines Grün (R=0, G=255, B=0) |
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0,0,255 |
Reines Blau (R=0, G=0, B=255) |
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255,0,0 |
Reines Rot (R=255, G=0, B=0) |
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246,20,50 |
Hellrot (R=246, G=20, B=50) |
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155,30,50 |
Dunkelrot (R=155, G=30, B=50) |
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200,200,200 |
helles Grau |
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15,15,15 |
dunkles Grau |
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Sind alle drei Werte gleich, entsteht immer ein Grauton. Die RGB-Werte
werden in allen Grafikprogrammen eingesetzt und angezeigt. Oft erhält man noch eine hexadezimale Anzeige,
da im Internet alle Farbangabe in diesem Format benötigt werden. Aus RGB 255, 255, 255 wird dann FF FF FF
und so weiter. |
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2. Das CMYK-Farbmodell |
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Im Gegensatz zu den RGB-Farben sendet die Druckfarbe auf dem Papier
kein Licht aus, sondern reflektiert es. Wird keine Farbe absorbiert, wird das weiße Licht voll reflektiert
und das Auge erkennt Weiß.
Für die Farbmischung benutzt
man aber nicht die drei Grundfarben Rot, Grün, Blau sondern die so genannten Mischfarben Cyan, Magenta und
Gelb.
Die Mischfarben entstehen aus der Kombination von 2 Grundfarben. Cyan
entsteht durch die Mischung von Grün und Blau. Magenta entsteht durch die Mischung von Blau und Rot. Gelb
entsteht durch die Mischung von Rot und Grün.
Die Mischung aller drei Farben absorbiert alles Licht und erzeugt
schwarz. Deshalb nennt man diese Methode die subtraktive Farbmischung.
In der Praxis entsteht aber durch die Mischung kein echtes Schwarz,
sondern nur ein dunkles Braun. Deshalb nimmt man noch Schwarz als vierte Farbe dazu und so entsteht der
CMYK-Farbraum.
(CMYK = CYAN, MAGENTA, YELLOW und BLACK).
Diese Namen findet man auch auf den Patronen für Tintenstrahldrucker.
Im CMYK-Modus wird jedem Pixel ein Prozentwert für jede Druckfarbe
zugewiesen. Dabei bekommen die hellen Farben niedere Prozentwerte zugewiesen und die dunklen Farben hohe
Prozentwerte.
Haben alle Farben 0 % so entsteht Weiß und haben alle Farben 100 % so
entsteht Schwarz. |
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Beispiele von CMYK-Farbwerten für ein Pixel |
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24% 3% 14% 0% |
helles Blau (C=24% M=3% Y=14% K=0%) |
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38% 0% 58% 0% |
helles Grün (C=38% M=0% Y=58% K=0%) |
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53% 74% 54% 42% |
dunkles Rot (C=53% M=74% Y=54% K=42%) |
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47% 39% 39% 3% |
Grau (C=47% M=39% Y=39% K=3%) |
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Das Mischen dieser Druckfarben wird als Vierfarbdruck bezeichnet. Um
ein Bild für einen Vierfarbdruck vorzubereiten, wird es aber zunächst im RGB-Modus bearbeitet und nur zum
Schluss in den CMYK-Modus umgerechnet.
Bei dieser Umrechnung entsteht eine Farbseparation, das heißt für jede
der vier Farben wird ein eigenes Bild erstellt. Diese 4 Bilder werden dann übereinander gedruckt und
fertig ist der Vierfarbdruck.
Da man aber im CMYK-Modus bekanntlich nicht alle RGB-Bildschirmfarben (z.B. Neonfarben) darstellen kann,
entsteht das Problem, ein Bild auch so zu drucken, wie es auf dem Bildschirm angezeigt wurde.
Man benötigt ein Farbmanagement-Systeme um diese Unterschiede
auszugleichen. Dabei werden Scanner, Bildschirm und Drucker so aufeinander abgestimmt (kalibriert), dass
die Farben während des gesamten Herstellungsprozesses konsistent bleiben. |
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3. Weitere Farbmodelle |
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Es gibt natürlich noch mehr Farbmodelle, die aber in der Praxis nicht
so wichtig sind und deshalb hier nur kurz erwähnt werden. |
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Farbmodelle zur Beschreibung von Farbräumen |
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HSB-Farbmodell |
Hier werden die Farben durch den Farbton, die Sättigung und die
Helligkeit bestimmt (HSB= Hue, Saturation, Brightness). |
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Lab-Farbmodell |
Die Farben sind geräteunabhängig definiert und bestehen aus einer
Helligkeitskomponente L (Luminanz) und zwei Sättigungskomponenten a (Grün bis Rot) und b (Blau bis Gelb). |
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Bitmap-Modus |
Hier gibt es nur die zwei Farbwerte Schwarz und Weiß, deshalb auch oft
als 1-bit-Modus bezeichnet. Nicht verwechseln mit Bitmap-Bildern. |
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Graustufen-Modus |
Jedem Pixel eines Graustufenbildes wird ein Helligkeitswert von 0
(Schwarz) bis 255 (Weiß) zugeordnet. |
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Zusammenfassung:
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Die Grafikprogramme benutzen verschiede Farb-Modi um einen
geeigneten Farbraum für die Bildanzeige oder Bildausgabe darzustellen. |
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Die additive Farbdarstellung mit den Grundfarben Rot, Grün, Blau
wird für alle selbstleuchtenden Gegenstände eingesetzt (Bildschirme). |
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Die subtraktive Farbdarstellung mit den Mischfarben Cyan, Magenta,
Gelb und Schwarz wird für alle reflektierenden Gegenstände eingesetzt (Farbdrucker). |
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Der RGB-Modus ist der Standardmodus für die Bildbearbeitung. Der
CMYK-Modus wird nur für den professionellen Vierfarbdruck benötigt. |
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Ein Problem der Bildbearbeitung ist die Farbtreue in den
Arbeitsschritten Scannen - Bildanzeige - Drucken zu erhalten. Farbmanagement-Programme können die
Unterschiede ausgleichen. |
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